23. Juni 2025

Baueinsatz in Litauen

Die Brüder beim Baueinsatz auf dem Dach in Kaunas

Wie die meisten von euch schon wissen, waren 9 Brüder aus unserer Gemeinde im Arbeitseinsatz in Kaunas/Litauen: Eduard, Gerhard und Matthias B., Alexander T., Johannes und Wolfgang F., Albert F., Heinrich und Dietrich S. Das Dach eines älteren Gemeindehauses der Baptisten musste repariert werden. Dieses Projekt wurde von der Bibelmission (BM) initiiert, wie auch im letzten Jahr in Belarus.

Interessant ist, dass dieses Kirchengebäude von Deutschen 1890 erbaut und auch genutzt worden ist. In den Zeiten der Sowjetregierung wurde es nicht mehr zu religiösen Zwecken genutzt und verfiel langsam. Auf Nachfrage des jetzigen Pastors wurde das Bethaus 1990 wieder den Baptisten zurückgegeben. Aber es hat viel Kraft, Gebet mit Fasten und Spenden eines Vereins aus Deutschland gekostet, bis es wiederhergestellt worden war. In der Zwischenzeit ist das Dach wieder undicht geworden, und so durften auch wir uns als Gemeinde zur Ehre unseres Herrn hier beteiligen.

Gestartet sind wir am 29. Mai in zwei Gruppen: eine Gruppe von drei Rentnern mit dem Flugzeug und die zweite mit dem Bulli von der Bibelmission. Am nächsten Tag (Freitag) legten wir langsam mit der Arbeit los, um bald auch festzustellen, dass es anders laufen musste als geplant, denn das untere Ende der Sparren war in der Wand eingemauert und nicht auf der Wand montiert, wie angenommen. Geplant war, die neuen Sparren parallel an die alten anzuschrauben, was nun nicht möglich war. Es mussten neue Ideen her und telefonische Absprache mit dem Bauleiter der BM, was uns gefühlt einen halben Tag Verzögerung bescherte. Schließlich wurde eine Lösung gefunden, und es ging weiter.

Der „gute“ Wetterbericht prognostizierte uns Regen für die ganze Woche, sodass wir das Dach immer nur teilweise abdecken konnten. Dabei hat uns der Regen nur zweimal „gestört“, und wir mussten eine große Folie benutzen.

Am zweiten und dritten Tag lief die Arbeit dann etwas flotter. Das Bodenpersonal hat die Sparren unten nach Maß zugesägt und hochgestellt, und das Dachpersonal hat sie dann hochgezogen und angebracht. Es sei noch zu bemerken, dass uns jeden Tag 6–8 einheimische Brüder kräftig zur Seite standen, ohne die wir den Bau in einer Woche nicht vollendet hätten. Dazu auch noch das Küchenpersonal, welches uns nach Strich und Faden mit leckerem Essen verwöhnte.

Am Sonntag war Gottesdienst in litauischer Sprache mit Abendmahl. Für uns wurde dann Russisch oder Englisch durch Kopfhörer übersetzt. Sie haben keinen Chor (die Gemeinde zählt nur etwa 50 Leute), dafür aber eine Musik- und Gesanggruppe aus 4 Personen. Alexander T. hat unsere Gruppe dann vorgestellt, Albert F. hat gepredigt, und wir haben zwei Lieder gesungen. Nach dem Gottesdienst gab es dann auf dem Gelände Kaffee, Tee und natürlich auch viele Gespräche.

Am Sonntagnachmittag führte uns einer von den Söhnen des Pastors durch die historische Altstadt von Kaunas und erzählte uns die Geschichte Litauens. Die Bevölkerung ist zum größten Teil katholisch, was man auch an den vielen alten und prachtvollen Kirchen sehen kann. In einer davon haben wir gefragt, ob wir ein Lied zur Ehre Gottes singen dürfen. Nach der Erlaubnis sangen wir dann „Großer Gott, wir loben dich“.

Am Montag ging es dann mit frischen Kräften Stück für Stück weiter: alte Schieferplatten und Teerbahnen entfernen, Sparren zusägen, hochzerren, verschrauben, parallel mit Steinwolle dämmen, Dachfolie anbringen, Lattung und Konterlattung annageln. Dazu kam noch eine zusätzliche Arbeit, mit der wir nicht gerechnet haben, nämlich das Biegen der Anschlussbleche für die Wand. Da musste dann eine Biegevorrichtung gebaut werden, wofür wiederum Fachwissen in Holz- und Blechbearbeitung erforderlich war. Da waren dann Johannes F. und Heinrich S. gefragt. Interessant zu wissen ist auch noch, dass es unter uns niemanden gab, der von Beruf Dachdecker ist. Aber zwei Ingenieure (Albert F. und Eduard B.) hatten große Freude dabei, abends nach der Knochenarbeit noch an Skizzen und Zeichnungen zu sitzen, ja sogar bis in die Nacht hinein.

Am Donnerstag und Freitag wurden dann die Dachrinnen angebracht und die Blechbahnen montiert. Eine Blechbahn reichte vom First (Spitze) bis zum Ende des Sparrens. Dazu mussten wir aber erst eine Rampe bauen, an der wir diese Blechbahnen hochtransportieren konnten.

Alles in allem war es eine anstrengende, aber auch gleichzeitig eine gesegnete Zeit.

Vor dem Abendessen wurde dann Deutsch, Englisch oder auch Russisch gesungen. Auch die Unterhaltungen mit den Litauern waren interessant, besonders die persönlichen Erfahrungen und Führungen Gottes.

Wichtig zu bemerken ist noch, dass niemand verletzt wurde und dass der Regen meistens vorbeigezogen ist. Wir denken, dass es eure Gebete und die der dortigen Gemeinde durch die Gnade Gottes bewirkt haben. Hierbei fällt mir die Stelle aus Psalm 115,1 ein:

„Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen!“

Menge-Bibel 1939

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