Vorsätze für das neue Jahr
„…ohne mich könnt ihr nichts tun.“
Ich werde einmal täglich in der Bibel lesen und beten.
Ich werde mir immer eine Woche Vorlaufzeit für meine Predigt am Sonntag nehmen.
Ich werde meine Eltern zweiwöchentlich besuchen.
Ich treibe jede Woche zweimal Sport …
Immer zur gleichen Zeit, wenn das vergangene Jahr endet und ein neues beginnt, werden die meisten sogenannten „Vorsätze“ gemacht. Dann werden die Karten neu gemischt und alte Ausreden zählen nicht mehr. Plötzlich wird die Club-Mitgliedskarte des Fitnessstudios wieder aktiv und beim Bibelleseplan gewinnst du sogar einen Vorsprung.
Genug der einleitenden Worte! Ich denke, du kennst diese Gedanken gut und hast auch schon den einen oder anderen Vorsatz gemacht, wenn auch nicht am letzten Tag des Jahres. Leider musste ich feststellen, dass es einfacher ist, einen Vorsatz zu machen, als einen einzuhalten. Die Frage, die wir uns also stellen müssen, ist: „Warum können wir nur unsere Vorsätze nicht einhalten?“
Zuerst möchte ich festhalten, dass Vorsätze gut sind. Ja, auch Gott gefällt es, wenn wir uns gute Vorsätze machen. Daniel nimmt sich vor, sich nicht mit der Speise des Königs unrein zu machen (vgl. Daniel 1,8). Gott schenkt ihm daraufhin Wohlwollen beim Hofbeamten, physische Gesundheit und einen Vorteil an Weisheit und Erkenntnis. Josua sagt: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen“ (vgl. Josua 24,15). Gott schenkte Josua Erfolg bei der Eroberung des verheißenen Landes und unter seiner Führung ein gläubiges Volk. Sowohl Daniel als auch Josua hielten an ihrem Vorsatz in konsequentem Glauben und Gehorsam fest und blieben treu.
Der erste Grund, warum wir unsere Vorsätze nicht halten können, ist eine falsche Motivation. „Ich werde einmal täglich Bibel lesen und beten“ (weil das ein guter Christ so macht). Die Motivation liegt hier neben dem eigentlichen Ziel, von Gott mehr zu erfahren und ihm näher zu kommen. Als Josua seinen Vorsatz aussprach, hatte er schon längst den Herzenswunsch, Gott mit seinem Leben zu dienen. Das tat er auch sein Leben lang. Er sagte die Worte „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen“ kurz vor seinem Lebensende und bestätigte damit, dass sich ein Leben mit Gott lohnt.
Ein weiterer Grund, warum wir unsere Vorsätze nicht halten können, ist, dass der Geist willig, aber das Fleisch schwach ist (Matthäus 26,41). Jesus sagt diese Worte seinen Jüngern im Garten Gethsemane, bevor er gefangen genommen wird. Er bittet die Jünger, mit ihm wach zu bleiben und zu beten. Die Jünger liebten Jesus und nahmen sich vermutlich vor, ihm beizustehen. Ihr Wille und Glaube war stark, aber ihr Körper müde. – Sie schliefen ein.
Ich möchte dich ermutigen, einen guten Vorsatz zu machen oder einen bereits ausgesprochenen zu erneuern. Prüfe, ob du den Herzenswunsch hast, nach diesem Vorsatz zu leben. Und wenn du „scheiterst“, erinnern dich die Schwäche der menschlichen Natur und dein Mangel an Ausdauer und Disziplin daran, dass du abhängig von Gott bist.
Jesus sagte: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15,5)