Impuls

Dankbarkeit für die Ernte

„Und wenn du gegessen hast und satt geworden bist, dann sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.“

5.Mose 8,10

Dieser Vers stammt aus den Abschiedsreden Moses an das Volk. Er hält Rückblick und Ausblick. Das Volk Israel war nach dem Auszug aus Ägypten und einer 40-jährigen Wanderung nun kurz vor dem Ziel. Mose ermahnt sie, wenn sie in das Land hineinkommen und es ihnen dann gut gehen wird, wenn sie essen können und satt werden, dann sollen sie Gott den HERRN loben.

Essen und Sattwerden ist ein Bedürfnis aller Menschen auf dieser Erde, unabhängig von Kultur, Geographie und Politik. Dass damit Dankbarkeit gegenüber Gott verbunden ist, leuchtet uns Menschen jedoch nicht ein. Mose warnt im 11. Vers: „Hüte dich, dass du den HERRN, deinen Gott, nicht vergisst …“ und im 17. Vers: „Und damit du nicht in deinem Herzen sagst: Meine eigene Kraft und die Stärke meiner Hand haben mir diesen Reichtum verschafft.“

Essen und Sattwerden sind jedoch auch mit Arbeit verbunden, mit Saat und Ernte, mit Mühe und Anstrengung. Wenn wir in diesen Tagen Erntedankfest feiern, wollen wir uns erneut die Fürsorge Gottes vor Augen halten und die Mahnung Moses zu Herzen nehmen: „Hüte dich, dass du den HERRN, deinen Gott, nicht vergisst.“

Wir haben auch in diesem Jahr Grund zum Danken und Loben.

„Alle gute Gabe und alle vollkommenen Gaben kommen von oben herab.“

Jakobus 1,17

So auch die diesjährige Ernte.

Jesus hat einmal ein Gleichnis von einem Mann erzählt, der das nicht begriffen hat (Der reiche Kornbauer, Lukas 12). Bei diesem Mann drehte sich alles nur um „ich“, „meine“ und „mir“. Das Urteil Gottes: „Du Narr!“

Aber wie gut, dass wir auch andere Beispiele in der Bibel haben. Ruth, die Moabiterin. Sie hat auch geerntet. Nein, bei ihr war es bei weitem nicht so viel wie beim reichen Kornbauer. Er würde vielleicht mitleidig über die paar Ähren lächeln. Und war doch der Ertrag Ruths nicht viel reichhaltiger? Oh ja, das war er: … dir werde voller Lohn zuteil von dem HERRN, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um Zuflucht zu suchen unter seinen Flügeln.

Und Ruth finden wir im Geschlechtsregister des Herrn Jesus wieder.

Ein weiteres Beispiel ist Joseph. Er hat in Ägypten sieben Jahre lang geerntet – oder genauer gesagt: die Ernte überwacht und den Ertrag gelagert, sodass es für die nächsten sieben Hungersjahre reichte. Doch der geistliche Ertrag seines Lebens reicht weit darüber hinaus bis in unsere Zeit. Wir können noch heute von seiner „Ernte“ Gebrauch machen.

So wollen wir heute für die diesjährige Ernte danken. Dafür, dass wir tagein, tagaus essen dürfen und satt werden.

Möge Gott, der HERR, uns die Gnade schenken, dass die Ernte unseres Lebens ihn verherrlicht.

Menge-Bibel 1939

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