Prioritätensetzung
„Und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was Gut und Böse ist!“
Mit diesen Worten hat der Satan die Rebellion der Menschen gegen Gott eingeläutet. Und von dem Erfolg geblendet, ließ er sich zu der nächsten Behauptung aufschwingen (Hiob 2,4b-5):
Haut für Haut! Ja, alles, was der Mensch hat, gibt er hin für sein Leben; aber strecke doch deine Hand aus und taste sein Gebein und sein Fleisch an, so wird er dir sicher ins Angesicht absagen!
Diese Worte finden wir in dem wohl ältesten Buch der Bibel. Satan spricht diese Worte zu Gott. Und mit diesen Worten bringt er sein ganzes Weltbild zum Ausdruck. Ein Prinzip, das seitdem in unzähligen Sprichwörtern, in Sprüchen und in sämtlichen Sprachen immer wieder zum Ausdruck gebracht wird. Wie zum Beispiel: Jeder ist sich selbst der Nächste, oder: Zuerst komm Ich, dann nochmal Ich und dann kommst du noch lange nicht.
Außerdem, wenn wir nur einen Blick in die Welt um uns herum, im engeren oder auch im erweiterten Sinne, werfen, dann sehen wir überall das gleiche Prinzip. Und es ist ganz gleich, ob wir die Beziehungen zwischen verschiedenen Staaten, den Firmen, den Vereinen, den einzelnen Völkern oder den einzelnen Menschen betrachten. Immer steht der persönliche Vorteil im Vordergrund. Mehr noch, in der letzten Zeit beobachten wir eine massive Zunahme dieser Denk- und Handlungsweise. Wenn noch vor einigen Jahren man diese Denkweise versucht hat zu verstecken, so hat man inzwischen alle Hemmungen verloren und trägt dieses Gedankengut stolz vor sich her. Hat also der Satan recht? Die tägliche Erfahrung, der Blick in die Welt um uns herum, scheint das zu bestätigen.
Nun, wenn wir das Buch Hiob bis zum Ende lesen, dann merken wir, dass der Satan damit zumindest bei Hiob nicht durchkommt und Hiob Gott über seinen Besitz, seine Familie, seine Freunde und seine Gesundheit stellt. Nur eines wird dem Satan verwehrt. Er darf das Leben von Hiob nicht antasten.
Schauen wir uns jetzt mal an, was Gott zu diesem Thema sagt. Das finden wir unter anderem in 5.Mose 6,5:
Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.
Das kann man mit anderen Worten auch so formulieren: Gott soll in einem menschlichen Leben die erste Priorität haben, alles andere muss dem nachgeordnet sein. Also eine Aussage, die dem Prinzip des Satans genau gegenüberliegt. Ich fass es noch mal zusammen:
Satan: Erste Priorität – Ich
Gott: Erste Priorität – Gott
Wenn wir wieder zum Buch Hiob zurückkehren, müssen wir feststellen, dass im Kampf um Hiob herum der Satan eine Niederlage hinnehmen muss. Hiob widerlegte mit seinem Leben die These Satans. Er hat zwar mit Gott gehadert, aber er hat Gott nicht abgesagt. Nur war das, wenn man die Terminologie des Ringkampfes benutzt, ein Sieg nach Punkten für Gott. Das heißt, dass Satan zwar besiegt wurde, aber seine Ideologie nicht völlig widerlegt wurde.
Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.
Diese Worte Jesu waren die Kampfansage an die Prinzipien des Satans. Und durch deren Erfüllung wurde die Ideologie des Satans endgültig besiegt.
Ja, noch ist das Böse nicht vernichtet, noch bietet der Feind Gottes alles auf, was er finden kann, und es scheint, als ob er damit Erfolg hat. Aber seine Grundlage, seine Philosophie, ist widerlegt durch Jesus. Durch seine Menschwerdung, durch seinen Tod und seine Auferstehung.
Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt: Von welchem Prinzip lassen wir unser Leben bestimmen?
Lassen wir uns vom Prinzip Gottes leiten, ist Gott die erste Priorität in unserem Leben? Wenn ja, dann gelten auch uns die Worte Jesu aus Johannes 17,24:
Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.
Und wenn Gott nicht die erste Priorität in unserem Leben ist? Dann gelten die Worte Jesu für uns nicht.