Impuls

Freuet euch

„Und du sollst dich an all dem Guten freuen, das der Herr, dein Gott, dir und deinem Haus gegeben hat, du und der Levit und der Fremde, der in deiner Mitte wohnt.“

5.Mose 26,11

Der Monatsvers für den Februar ist ein kleiner Ausschnitt aus Moses Rede an das Volk Israel. Sie waren am Ende der Wüstenwanderung angelangt und sollten bald in das ihnen von Gott verheißene Land einziehen.

Mose gibt dem Volk Anweisungen, wie sie sich in dem verheißenen Land verhalten sollen und was sie tun sollen, wenn sie dort leben – der Vers 1 aus 5.Mose 26 macht es deutlich.

Das Erste, das mir im Monatsvers auffällt, ist das Wörtchen „sollst“. Mose versucht das Volk nicht zur Freude zu überreden oder ihnen die Freude schmackhaft zu machen, sondern er befiehlt ihnen: „… ihr sollt euch freuen …“.

Kann man Freude befehlen? Ist Freude nicht ein Gefühl, das individuell ist? – Den einen freut das eine, den anderen etwas anderes.

Die Bibel zeigt uns, dass Freude eine bewusste Reaktion, eine Handlung ist, die wir anstoßen und steuern können.

Das Zweite, das mir in diesem Vers auffällt, ist der Gegenstand der Freude. Mose sagt, dass das Volk sich an „dem Guten“ freuen soll. Und er spezifiziert „das Gute“ näher, indem er sagt: „das der HERR, dein Gott, dir und deinem Haus gegeben hat“.

In unserer sehr individualistischen Welt wird oft der Fokus auf das persönliche Empfinden gelegt. Jeder darf selbst bestimmen, was gut ist. Und wenn ich etwas gut finde, dann freu ich mich darüber.

Der Gegenstand der Freude, die Mose hier im Monatsvers dem Volk vor Augen hält, ist nicht individuell, sondern konkret und allgemeingültig. Dabei ist der Fokus der Freude nicht mein Empfinden, sondern Gottes Handeln an mir und an meinem Haus – sprich, an meiner Familie.

Wenn wir den Abschnitt, in dem unser Monatsvers steht, ganz lesen (5.Mose 26,1-11), dann wird deutlich, dass die Freude sich vor allem auf das Rettungs-Handeln Gottes bezieht. Gott hat die Israeliten, die in Ägypten in einer hoffnungslosen Lage waren, durch sein mächtiges Handeln herausgerettet und sie in ein Land geführt, „wo Milch und Honig fließt“.

Die Bibel zeigt uns also, dass die Aufforderung zur Freude ganz eng mit Gott und mit seinem Handeln an den Menschen zusammenhängt.

Das Dritte, das mir in den Worten Moses auffällt, ist die Formulierung am Ende des Verses: „… du, der Levit und der Fremde, der in deiner Mitte wohnt.“

Die Aufforderung zur Freude gilt jedem, der Gottes Handeln erlebt hat. Mir scheint es so, dass Mose mit dieser Schlussformulierung zeigen möchte, dass jeder Gottes Rettungshandeln nötig hatte; sowohl die Normalo-Israeliten (du) als auch die Israeliten mit besonderer Berufung (Levit) und sogar solche, die eigentlich nicht zu den Israeliten gehörten (Fremdling), aber sich ihnen anschlossen und somit Gottes rettendes Handeln miterlebt haben.

Auch im Neuen Testament werden die Gläubigen aufgefordert, sich an dem, was unser HERR und Heiland Jesus Christus uns geschenkt hat, zu freuen. Auch hier wird Gottes Rettungsaktion für uns Menschen und die Segnungen, die damit einhergehen, als Grund der Freude aufgezeigt. Und auch hier wird deutlich, dass jeder von uns – unabhängig von unserer Vergangenheit und unserer Berufung – Gottes mächtiges Eingreifen nötig hat.

Ich empfehle euch, den Philipper- und den Epheserbrief diesbezüglich zu studieren.

Schließen möchte ich mit den Worten des Apostels Paulus, der viel Negatives in seinem Leben erlebt hat, der auch oft traurig war über manche Entwicklungen in den Gemeinden, der aber immer wieder auf Gott, auf den Herrn Jesus Christus und sein gutes Handeln mit ihm und mit den Gemeinden zurückblickte.

„Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!“

Philipper 4,4

Ich wünsche euch einen freudigen Februar.

Menge-Bibel 1939

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