Der Herr ist mein Licht und mein Heil
„Der Herr ist mein Licht und ist mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft Vor wem sollte mir grauen?“
Licht, Heil und Lebenskraft werden uns hier als Gegengewicht zu Furcht und Grauen vorgestellt. Vielleicht kann man das auch als eine mathematische Rechnung ausdrücken:
Licht + Heil = Lebenskraft
Was ist Licht? Physikalisches Licht? Licht ist keine Materie, es besteht nicht aus Molekülen oder Atomen, man kann es nicht anfassen, riechen, schmecken oder hören. Man kann es auch nicht wiegen oder messen. Aber man kann es sehen, dank des Lichts sehen wir die Umwelt um uns herum: Menschen, Gegenstände usw.
Und bei völliger Abwesenheit von Licht kann man auch gar nichts sehen. Was ist also Licht? Licht ist Energie, die sich mit großer Geschwindigkeit durch den Raum bewegt. Diese Energie ist für alles Leben überlebenswichtig. Alle Lebewesen und Pflanzen benötigen Licht, um zu leben, zu wachsen und sich zu entfalten. Alle Lebewesen und Pflanzen benötigen darüber hinaus Nährstoffe. Licht und Nahrung sind also die Grundlage für Lebenskraft!
Ja, das stimmt für das biologische Leben. Und da merken wir, dass David, als er sang: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil …“, etwas anderes meinte als das biologische Leben. Natürlich hat auch David Nahrung gebraucht und sich bestimmt auch am Sonnenlicht erfreut. Aber David begibt sich hier auf eine andere Ebene. Er konnte den ersten Johannesbrief nicht lesen, weil dieser erst viele Jahrhunderte später geschrieben wurde. Aber es sieht so aus, als hätte David den Inhalt schon damals erfasst.
„Gott ist Licht, und in ihm ist gar keine Finsternis.“
Dieser Johannes war einer der beiden Jünger, denen Jesus die Frage stellte: „Was sucht ihr?“
„Am folgenden Tag stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes!
Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi (das heißt übersetzt: ‚Lehrer‘), wo wohnst du?“
Die Antwort, die die beiden Jünger geben, ist zaghaft und vorläufig. Sie mündet jedoch in einem „Gefunden“.
„Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth.“
Was suchen wir? Und was haben wir gefunden?
Oder noch genauer: Was suche ich? Und was habe ich gefunden?
Kommen wir zurück zu Psalm 27,1: Es scheint so, als will David sagen: „Ich habe gefunden!“
Der Herr ist mein Licht und mein Heil.