Medizinischer Missionseinsatz im Libanon

Heute endet der insgesamt 2-wöchige Einsatz und das Team aus dem Libanon und Syrien ist gerade auf der Heimreise. Das deutsche Team bestand aus 5 Ärzten in der 1. Einsatzwoche und 7 Ärzten in der 2. Einsatzwoche. Dazu noch Krankenschwestern und ich als Zahnarztassistenz und 3 Beter. Dazu kommt noch eine ganze Menge libanesischer Geschwister der Baptistengemeinde vor Ort, die den Empfang, die Organisation und Koordination gemacht haben und uns von Englisch auf Arabisch übersetzt haben.
Insgesamt wurden während der 2 Wochen 1732 Menschen behandelt.
136 vom Zahnärzteteam.
In 10 Tagen wurden 180 Zähne gezogen,
an 62 Zähnen Kariestherapie gemacht,
ca. 300 Zähne wegen massiver Zahnfleischentzündung gereinigt und
16 anderweitige Schmerzbehandlungen durchgeführt.
Eine Zahnentfernung kostet im Libanon ab 80 Dollar. Weisheitszahnentfernungen mehr als 100 Dollar. Eine Füllung zwischen 40 und 90 Dollar. Wenn man weiß, dass eine mehrköpfige Familie dort teilweise mit unter 100 Dollar im Monat zurechtkommen muss, kann man schnell merken, dass diese Art der medizinischen Versorgung selbst bei starken Schmerzen für sie oft nicht möglich ist, wenn das Geld bei einigen nicht mal für das tägliche Brot reicht.
Kinderärzte und Allgemeinmediziner sind mit 1 Krankenschwester, einem Beter und einem Übersetzerteam täglich abwechselnd in verschiedene Dörfer und Flüchtlingslager gefahren, um dort vor Ort zu helfen. Der Augenarzt ging auch einmal in eine Blindenschule.
Für uns als deutsche und libanesische Einsatzgruppe ist oberste Priorität, dass die Menschen, mit denen wir in Berührung kommen, Jesus kennen lernen und erleben. Deswegen war auch zusätzlich das Gebetsteam für die Erwachsenen und Kinder da, während der Wartezeit oder, wenn gewünscht, danach, um Zeit mit ihnen zu verbringen, ihnen zuzuhören, von Jesus zu erzählen und für sie zu beten. Obwohl die meisten Moslems sind und klar war, dass wir zu Jesus beten, wurde Gebet meist gerne angenommen.
Es ist immer wieder erschreckend gewesen, wie viele Erwachsene und Kinder dort wegen unvorstellbarer Erfahrungen massive Angst vor dem Zahnarzt haben. So haben wir während der Behandlung mehrfach gebetet und Gottes Wirken erleben können. Beispielsweise konnten wir eine junge Frau behandeln, die von ihrer Mutter völlig traumatisiert war, weil sie von ihr mit Nadeln während ihrer Kindheit und Jugend misshandelt wurde. Weil sie sehr starke Schmerzen hatte, kam sie trotz der heftigen Panikattacken vor Nadeln/Spritzen zu uns. Mit viel Zeit, Geduld und Gebet konnten wir am Ende doch die Behandlung durchführen und sie mit dem Wort Gottes ermutigen und trösten.
Ziel ist natürlich auch, den Menschen durch unsere libanesischen Geschwister dort vor Ort zu zeigen, wo sie Jesus weiter kennen lernen können. Das Gemeindehaus ist quasi nur auf der anderen Straßenseite. Ein muslimisches Ehepaar hatte während unseres Einsatzes Christus angenommen und von einem jungen Mann wissen wir, dass er so gepackt von Jesus war, dass er am Freitag letzte Woche nochmal in den Jugendgottesdienst der örtlichen Gemeinde ging.
Die Not und Armut – auch unter unseren Glaubensgeschwistern – ist im Libanon so existenziell und schwerwiegend, dass es einen absolut nicht kalt lassen kann und man durch die Gastfreundlichkeit, Freundlichkeit und Großzügigkeit im Innersten berührt und reich beschenkt wird. Dass Gott durch unsere Geschwister dort so voller Hingabe und Liebe unter den schweren Umständen dennoch auch Fremden dienen und Licht sein kann, erfüllt mich mit Dankbarkeit – macht aber auch sehr nachdenklich.
Weitere Gebetsanliegen wären:
- Dass Christus die Geschwister vor Ort segnet mit allem, was sie brauchen, und ihnen die Hände füllt, dass sie weiter den Menschen helfen können und dadurch vielfältige Möglichkeiten haben, das Evangelium weiterzugeben.
- Dass die Samen, die auf vielfältige Weise ausgestreut wurden, Frucht bringen.
- Dass genug Spenden für die dringend notwendigen medizinischen Eingriffe im Krankenhaus vorhanden sind.
- Dass wir ein Herz für Arme, Schwache, Kranke, Sterbende haben und ihnen beistehen und Jesu Liebe weitergeben.
- Dass die Frischbekehrten Jesus in ihrer individuellen Situation besonders erleben und der Glaube Festigkeit gewinnt.

